Brandenburger Pflegefachtag 2023 - ein Abschied vom 16.10.2023
Am 10. und 11. Oktober, also in der vergangenen Woche, fand der 9. und für mich letzte Brandenburger Pflegefachtag mit dem Titel "Pakt für Pflege - Perspektiven für Personal- und Pflegestrukturen" statt. Seit 2018 habe ich diesen erst administrativ, dann immer stärker organisatorisch und auch thematisch konzeptionell begleitet. Ich danke den Mitgliedern des Fachbeirates für die inspirierende, produktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Ich blicke zurück auf sechs bewegte Jahre mit sechs Veranstaltungen, von denen eine pandemiebedingt kurzfristitg abgesagt wurde. Der Brandenburger Pfelgefachtag fand in dieser Zeit in Präsenz, digital und als Hybrid statt. Wir haben unterschiedliche Formate und Konzeptionen ausprobiert. Viele Diskussionen drehten sich um Erneuerung und Anknüpfung an das Bestehende, Gewohnte, Bewährte. Diese und andere Spannungsverhältnisse zeigten sich in der Vorbereitung des Pflegefachtags und ich sehe sie als charakteristisch auch darüber hinaus für den Bereich der Pflege: Wie in anderen sozialen Bereichen besteht ein Konflikt zwischen dem professionellen Selbstverständnis und der Kernaufgabe, das die Sorge als Grundlage hat, und einem sich stärker ökonomisierten Arbeitsfeld. In die inhaltliche Planung des Pflegefachtags sind die verschiedenen Akteuere der Pflege eingebunden: Das zuständige Landesministerium, die Pflegekassen, die Wohlfahrtsverbände (die auch Veranstalter sind) sowie die privaten Verbände. Etwas vereinfacht könnte man damit auch die drei Herausforderungen assoziieren, für die diese Akteure stehen: (1) für eine individuelle, das heißt den einzelnen Personen gerechte und ihre Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung. (2) die rechtmäßigen, also allen Menschen mit dem entsprechenden Rechtsanspruch gleichsam zur Verfügung stehenden Versorgungsleistungen. (3) die finanzielle Machbarkeit, die durch wachsende Rechtsansprüche und eine steigende Anzahl von Pflegebedürftigen unter Druck gerät.
Nicht zuletzt war es für mich auch inhaltlich eine sehr lehrreiche Zeit. Pflege ist keine Datingapp. Dennoch gibt es genug Start-ups, die versuchen digitale Lösungen für praktische Probleme in der Pflege anzubieten oder es gibt Vordenker, die versuchen New Work-Ansätze in die Pflege zu integrieren. Bei all den Versprechungen des Neuen muss jedoch klar sein, dass sie im Dienste der Kernaufgabe, der Arbeit an, mit und für den pflegebedürftigen Menschen steht.