Workshop auf der Tagung Hochschulwege 2015 vom 06.05.2020

Workshop auf der Tagung Hochschulwege 2015

Die Tagung "Hochschulwege" an der Bauhaus-Universität Weimar fragte nach dem Einfluss von Hochschulentwicklungs-Projekten auf die Organisation Hochschule. Niklas Luhmann hat schon in "Universität als Milieu" die sich selbst behindernden Strukturen von Hochschule beschrieben. Die Spannungen zwischen Verwaltung, Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre sowie dem in den sechziger Jahren neu etablierten demokratischen Mitbestimmungsstrukturen ist ein besonderes Konstrukt mit ganz eigenen (Anti-) Dynamiken. Die verordneten Hochschul- und Studienreformen zu Beginn der 2000er Jahre sollten in dieses "Milieu" Bewegung bringen. Hochschulmanagement und -Lehre erfand sich darauf hin neu.

Auf der Tagung wurden innovative Management-Ideen und die Erfahrungen mit diesen resümiert. Die Tagung gab Raum, um bspw. den Einfluss von Qualitätsmanagement, neuen Management- und Lehrmethoden oder veränderter Lehr- und Organisationskultur zu diskutieren. Der Schwerpunkt der Tagung lag auf der Frage, welchen Impact die allerorts aus dem Boden sprießenden Projekte zur Organisationsentwicklung an Hochschulen tatsächliche hatten.

Anke Köhler, Johanna Böndel und ich stellten uns dieser Frage folgendermaßen. Wir hatten alle Erfahrungen in solchen Projekten und kannten die Spannungen, in denen man darin gefangen war. Mit unserem Workshop " Zu Risiken und Nebenwirkungen von Anträgen. Aus Herausforderungen Chancen für neue Projekte kreieren." wollten wir Projektangestelten einen Rahmen zu Selbstverständigung geben, die eigene Situiertheit in diesen organisationellen Spannungen zu reflektieren. Der Workshop sollte einen Rahmen zur Reflexion bieten, der es den Angestellten ermöglichen sollte, von außen auf ihre Projektsituation zu schauen. Einige unserer Erfahrungen, haben sich im Workshop mehrfach bestätigt. Zusammengefasst waren das vor allem folgende:

  • Die Projektzeiträume sind oft zu kurz, die Einbindung in die Hochschulstrukturen und die personelle Ausstattung sind zu gering, um eine wirkliche Änderung zu bewirken.
  • Bei der Konzeption der Projekte werden die vielfältigen, oft gegeneinander wirkenden Kräfte zu wenig berücksichtigt.
  • Projektmitarbeiter*innen treten oft mit utopischen Zielen gegen eine träge Organisation an. Oft sind hoch motivierte, neugierige und kompetente Fachwissenschaftler, gemäß der Kultur der "Expertenorganisation", mit Fragen der Organisationsentwicklung betraut.
  • Einige Teilnehmer*innen waren dankbar, da sie vorher niemals auf ihre organisationelle Einbettung im Projekt geschaut haben. Der Projektalltag ließ das nicht zu. Mit dem Workshop konnten so mit etwas Abstand neu Perspektiven gewonnen werden.

Der Workshop hat einigen Teilnehmer*innen einen neuen Blick auf Ihre Arbeit gegeben. In den Rückmeldungen wurde dieses Innehalten und von Außen Beschauen als hilfreicher Ort der Reflexionsort für die manchmal als "Hamsterrad" empfundene Projektarbeit gewertschätzt. Der Kurzbericht findet sich auf der Tagungsseite, der ausführliche Ergebnisbericht leider nur im kostenpflichtigen Tagungsband.