Kollegiale Fallberatung vom 15.03.2023

Kollegiale Fallberatung

Im Folgenden stelle ich ein Angebot zur begleiteten Einführung der Kollegialen Fallberatung in pädagogischen Einrichtungen vor.

Professionelle Pädagogik braucht Raum zur Reflexion ihres eigenen Handelns und der zugrunde liegenden Haltungen. So wie Pädagogik im Handeln gestaltet wird, so kann es auch nur aus der Sicht der Handelnden reflektiert werden. Dafür braucht es Räume und Formate. Einrichtungen, egal ob Schule, Kita, Wohnstätten oder sonstiges laufen besser, wenn sich ihre Pädagog:innen als Team verstehen und so handeln. Diese ermöglicht die Unterstützung bei der Reflexion schwieriger Fälle oder wenn eigenen Grenzen wahrgenommen werden oder auch das emotionale Auffangen nach als schwierig empfundenen Situation. Und von denen hat, aufgrund der meist zeitlichen Dichte und Geschwindigkeit, der vielfältigen beteiligten Personen und Bedürfnisse und der grundlegenden Antinomien und Spannungsverhältnisse pädagogischen Handelns, jede:r meist einige Beispiele parat (vgl. Werner Helsper 2021: Professionalität und Professionalisierung pädagogischen Handelns).

Ich bestärke daher jede pädagogische Einrichtung, die mir über den Weg läuft, darin, (Zeit-) Räume bereitzustellen, in denen Pädagog:innen ihr pädagogisches Handeln reflektieren. Den die Belastungen kommen in der Praxis und sind nicht nach der Ausbildung abgeschlossen. Dies kann über eine aus der Einrichtung/dem Träger unterstützende Praxis geschehen, über eine externe Supervision und / oder über die Kollegiale Fallberatung.

Kollegiale Fallberatung

Die Kollegiale Fallberatung zielt darauf, dass pädagogisch arbeitende Teams dazu in die Lage versetzt werden, über eine vorgegebene Methodik selbständig pädagogische Fallarbeit zu bewerkstelligen. Das Team unterstützt darin ein Teammitglied bei einem von ihr/ihm geschilderten pädagogischen Fall und daraus abgeleiteten Frage. Es geht um eine Ausweitung der Handlungsmöglichkeiten für die/den Fallgeber:in, wobei sie selber entscheidet, welche Anregungen und neuen Perspektiven sie übernimmt und welche sie liegen lässt.

Daraus ergeben sich unterschiedliche positive Effekte:

  • Teamentwicklung: Das Team nimmt sich selbst mit ihren verschiedenen Stärken und Schwächen war. Es erfährt sich auch als Ort des Rückhalts, was eine unterstützendes, wertschätzendes Arbeitsklima fördert.
  • Stärkung individueller Resilienz: Ein starkes Team schafft Sicherheit und emotionale Unterstützung unterstützt die arbeitenden Menschen im Umgang mit durch Unsicherheit geprägter pädagogischer Arbeit. Sie erfahren zudem immer wieder aufs neue die Gestaltbarkeit pädagogischen Handelns, was die Selbstwirksamkeitserfahrung und den Problemlösefokus stärkt. Dazu werden auch die eigenen persönlichen Anteile die eigene professionelle Haltung berührt und damit die Selbstwahrnehmung erhöht (weiterführend zu den Resilienzfaktoren siehe: Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse 2011: Resilienz).
  • Erweiterung pädagogischer Handlungsoptionen: Sowohl die Fallgeber:innen als auch die kollegialen Berater:innen suchen aktiv nach alternativen Handlungsoptionen aus einer als problematisch empfundenen, oft festgefahrenen Situation. So werden aktiv die eigenen Muster bearbeitet, also reflektiert, begründet, infrage gestellt und erweitert.
  • Steigerung der pädagogischen Qualität der Einrichtung: Aus dem letzten Punkt ist allgemein eine Steigerung der pädagogischen Qualität der Einrichtung zu erwarten. Dies wird durch den Teamzusammenhang bestärkt, durch den Abstimmungen und Angleichungen, zumindest bewusste Bezugnahmen der Pädagog:innen untereinander möglich und damit wahrscheinlicher werden.

Wenn die Einrichtung strukturell oder anders dagegen arbeitet, sind die positiven Effekte natürlich beschränkt. Strukturelle Defizite wie schlechte Arbeitsbedingungen jeglicher Art, Personalmangel etc. sind durch solche Formate, ebensowenig wie durch Supervision o.ä. auszugleichen.

Begleitete Einführung

Um die Methodik und die damit verbundenen Rollen einzuüben biete ich für Einrichtungen auf Teamebene eine begleitete Einführungsphase an. Die Einführung umfasst sechs Einheiten, in denen die unterschiedlichen Elemente der Kollegialen Fallberatung nach und nach vorgestellt und eingeübt werden. Bei einer ungefähren Frequenz von sechs Wochen zwischen den Sitzungen ergibt sich ein Einführungszeitraum von ca. neun Monaten, je nach Passung mit den Abläufen in der entsprechenden Einrichtung.

Sprechen Sie mich an für ein Angebot.