Konzeption und Moderation "Entwürfe für eine behutsame Stadtentwicklung" vom 30.11.2019
Am 30.11.2019 habe ich eine offene Diskussion zum Thema "Entwürfe für eine behutsame Stadtentwicklung" moderiert. Die Veranstaltung sollte anhand eines Modells zur Neubebauung des Stadtzentrums der Potsdamer Waldstadt II auf die Veränderbarkeit vom in Stein gegossenen Lebensraum Stadt hinweisen. Der Gestaltungsentwurf war Einstieg und Einladung zugleich: für einen Dialog über die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner*innen zur Gestaltung ihres Kiezes - und über die Anforderungen an und die Möglichkeiten einer behutsamen Stadtentwicklung.
Aufgrund eines lange umstrittenen Neubauprojektes im angrenzenden Naturschutzgebiet konnte ich von einer Grundspannung im Raum ausgehen, auch weil sich Vertreter aus der Stadtpolitik sowie Bürgerinitiativen und viele interessierte und engagierte Anwohner_innen angekündigt haben. Die Diskussion war dann auch mit gut Besucher_innen gut gefüllt. Viele Vertreter*innen schon gefestigter Grabenkämpfe waren auch dabei.
Die methodische Herausforderung bestand daher darin, (a) allen Positionen ausreichend Raum zu geben, (b) sie transparent zu dokumentieren sowie (c) Vorwurfs- und Rechtfertigungsspiralen möglichst kurz zu halten. Ich entschied mich mit Abstrichen für die Methode Dynamic Facilitation, in der alle Redebeiträge zeitgleich mitgeschrieben und für alle sichtbar an eine von vier Metaplanwänden gehängt wurden. Diese waren mit den Kategorien (1) Herausforderungen/Fragen, (2) Lösungen/Ideen, (3) Bedenken/Einwände und (4) Informationen/Sichtweise benannt. Damit entstand in einem mehrstündigen Prozess eine Übersicht über Wünsche und Positionen, Informationen und offene Fragen, die zwar nicht ausgehandelt, aber offen formuliert wurden.
Auch wenn keine konkreten Ergebnisse oder ein Konsens gefunden wurde (es war ja auch kein Entscheidungsgremium), so war ein deutlich wohlwollenderes Klima zum Ende der Veranstaltung zu verspüren. Dies ist eine gute Grundlage für zukünftige und darauf aufbauende Formate. Dieser Prozess muss innerhalb eines Stadtteils, also anders als in einer kontinuierliche zusammen arbeitenden Gruppe, immer wieder angegangen und gestaltet werden.