Wie treffen Sie Entscheidungen? vom 23.09.2021
Alle zusammen im Meeting, zwischen Tür und Angel oder von oben nach unten? Das beste Team und die beste Struktur funktioniert nicht, wenn diese Frage nicht geklärt ist. Entsprechend viele Menschen haben sich mit dieser Frage beschäftigt. Dabei sind sehr unterschiedliche Lösungen entstanden.
Meistens geht es um die Einführung klarer Verfahren: Mit bspw. Betzavta, Widerstands- oder Zustimmungsabfrage, Veto, eigenmächtigem Fallentscheid oder Konsent bzw. Einwandintegration stehen viele Verfahren zur Verfügung. Ich orientiere mich vor allem an den Verfahren der Soziokratie 3.0 mit dem zentralen Element Einwandintegration/Konsent verbunden mit den davor liegenden Entscheidungen, wer was wann entscheiden darf und wer dazu noch gefragt werden muss.
Dieses eigentlich einfache Verfahren benötigt mit seinem mehrstufigen Ablauf benötigt etwas Übung und vor allem eine veränderte Sicht auf anstehende Entscheidungen - weg von "was halte ich für richtig" zu "hilft das der Organisation". Ich schätze die Grundsätze bzw. zugrundliegenden Haltungen der kunstvollen Teilnahme ("Leiste den besten Beitrag, den Du zu unserer Zusammenarbeit in diesem Moment leisten kannst!"), des Organisations- Teambezugs (Führt die Entscheidung zu einer Verbesserung der Team-/ Organisationssituation?), der Entwicklungsoffenheit (Besser ausprobieren und wieder verwerfen als nichts machen.), der Eigenverantwortlichkeit und des Betroffenheitsprinzips (Wenn ich von einer Spannung/einem Problem betroffen bin, bin ich für die Lösung mitverantwortlich).
Neben diesen Haltungsfragen bzw. Perspektivverschiebungen sind Entscheidungsprobleme oft ein Oberflächenphänomen eines anderen Themas, das das Team/die Organisation mit sich hat: Sind alle bzw. die richtigen Menschen beteiligt? Gibt es unter der Oberfläche unterschiedliche Agenden, alte Machtkämpfe oder Konflikte?
Wenn das Thema Entscheidungen trivial wäre, dann gäbe es nicht so viel Literatur und Verfahrensvorschläge dazu. Sprechen Sie mich an für einen inhaltlichen Input oder eine gemeinsame Reflexion ihrer Arbeit an.